Noch immer prägt die Corona-Pandemie das Leben der 910.000 Mütter, Väter und Kinder in Thüringen. Der Deutsche Familienverband Landesverband Thüringen (DFV Thüringen) fordert zum Muttertag, das Hauptaugenmerk auf die Familien zu legen und endlich mit ihnen in den Dialog zu treten.

(Erfurt). Die Corona-Pandemie macht sichtbar, wie systemrelevant Familien in Thüringen sind. Ohne die Mitwirkung von Müttern, Vätern und Kindern können Maßnahmen der Pandemiebekämpfung nicht greifen. Familien übernehmen Verantwortung, halten zusammen und kümmern sich nicht zuletzt um andere. Dem Staat fällt die Aufgabe zu, die Last von Familien zu mindern.

„Familien gehören in den Mittelpunkt des politischen Handelns. Das gilt grundsätzlich, aber besonders in dieser Krise. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Bildung, Gesundheitsschutz und Erholung sowie finanzielle Stabilität müssen für Familien gewährleistet werden. Hier hat es zu viele Versäumnisse gegeben“, so Franziska Schmidt, Landesvorsitzende des DFV Thüringen.

Seit März 2020 gibt es nur noch sehr wenig Normalität im Alltag der thüringischen Familien. Eltern und Kinder leben unter Dauerbelastung, insbesondere seitdem im Dezember die Corona-Bestimmungen wieder verschärft worden sind. In vielen Familien sind die Kraftreserven erschöpft. Das Verständnis für die Corona-Politik der Landesregierung und des Bundes schwindet zunehmend.

Neue Schwierigkeiten durch Bundesnotbremse

„Die bundesweite Corona-Notbremse hat die Hoffnungen von Familien auf baldige Entlastungen und Entwarnung in der Pandemie noch einmal enttäuscht. Wieder stehen Eltern unter enormem Druck, wenn die Inzidenzwerte in einem Kreis am Schwellenwert von 165 hin- und herpendeln und damit Schulen und Kindertagesstätten mal schließen und mal öffnen. Familien fühlen sich erneut von der Politik allein gelassen“, sagt Schmidt.

Für Familien ist besonders schwer zu verstehen, dass ihre Wünsche und Bedürfnisse seit Beginn der Pandemie immer wieder nur wenig Beachtung finden, obwohl sie entscheidend zu deren Bewältigung beitragen. „Es wird ständig über Familien in der Krise gesprochen, aber nie mit ihnen. Es ist längst Zeit für einen Landesfamiliengipfel“, so die Landesvorsitzende. „Mit Familien reden, statt nur über sie, muss das Credo lauten. Wer Akzeptanz für Regeln will, darf nicht an den Familien vorbei regieren.“


 

Der Freistaat Thüringen fördert Familienurlaub in Thüringen

Gefördert wird Familienurlaub in Thüringer Familienferienstätten bzw. anderen Thüringer Familienerholungseinrichtungen mit einer Dauer von zwei bis maximal sieben Übernachtungen.
Der Landeszuschuss beträgt 20 Euro je Übernachtung für Erwachsene und 15 Euro je Übernachtung für Kinder.
Voraussetzung ist ein Hauptwohnsitz des Antragsstellers oder der Antragstellerin in Thüringen.

Unterstützt werden:
Familien mit geringem Einkommen (Eltern oder Alleinerziehende mit ihren kindergeldberechtigten Kindern, bei behinderten Kindern auch über 18 Jahre)
Großeltern mit Enkelkindern, mit und ohne deren Eltern
Familien mit pflegebedürftigen Familienmitgliedern

Die Anmeldung erfolgt direkt über die Thüringer Familienferienstätten.

Bundesförderung „Corona-Auszeit für Familien“

Bei der Corona-Auszeit bezahlen Sie für einen Familienurlaub von bis zu einer Woche nur etwa zehn Prozent der Übernachtungs- und Verpflegungskosten in einer der teilnehmenden Familienerholungseinrichtungen.

Die geförderte Familienferienzeit können Sie in Anspruch nehmen, wenn Sie mit Ihrem Kind oder mit Ihren Kindern, für die Sie Anspruch auf Kindergeld haben, anreisen und dabei eine der drei folgenden Voraussetzungen erfüllen:

  • Sie haben ein kleineres oder mittleres Einkommen, das unter eine bestimmte Grenze fällt. Diese Grenze richtet sich danach, welche Personen in Ihrem Haushalt leben oder Sie erhalten Leistungen wie zum Beispiel den Kinderzuschlag, Wohngeld oder Grundsicherung (Arbeitslosengeld II). Mindestens ein mitreisendes Kind muss in diesem Fall minderjährig sein.
  • Ein Kind von Ihnen hat einen Grad der Behinderung von mindestens 50. Das Kind muss nicht minderjährig sein. Das Einkommen spielt keine Rolle.
  • Sie als Elternteil haben einen Grad der Behinderung von mindestens 50. Sie reisen mit mindestens einem minderjährigen Kind an. Das Einkommen spielt keine Rolle.

 Die Anmeldung erfolgt direkt über die Thüringer Familienferienstätten.


 

Gefördert werden Familien mit Hauptwohnsitz in Thüringen, die Leistungen nach SGB II, SGB XII, Wohngeldgesetz oder nach § 6a des Bundeskindergeldgesetzes (Kindergeldzuschlag) bzw. vergleichbare Leistungen beziehen oder eine Einschätzung des zuständigen Jugendamtes über den Förderbedarf für Familien in besonders schwierigen Lebenssituationen.

Wir beraten Sie gern.

Weitere Informationen und Angebote finden Sie auch hier


 

 

 

Die Thüringer Familienverbände  starten am internationalen Tag der Familie (15.05.2020) eine "Familien-Danke-Kampagne", um für die Leistung, die Familie erbringt  - nicht nur jetzt in der Corona-Ausnahme-Situation – Danke zu sagen und deutlich zu machen, dass Familie trägt. Sie setzen sich dafür ein, dass diese Leistungen auch anerkannt und gewürdigt werden.